Stayhome: Bastelideen mit Kindern

Wenn der Alltag so durcheinander ist, wenn Schule und Kindergarten ausfallen und man nicht einfach mal Freunde zum Spielen treffen kann. Wenn der fünfte Waldspaziergang in einer Woche keinen mehr hinter dem Ofen hervor lockt und man trotz des beginnenden Frühlings nicht einfach so einen Ausflug in die nächste Eisdiele machen kann. Wenn man alle Spielsachen schon zur Genüge kennt und es einfach langweilig ist. Dann kann einem Zuhause schon mal die Decke auf den Kopf fallen und man sich gehörig auf die Nerven gehen. Dann ist die Versuchung für alle Beteiligten groß, einfach den Medienkonsum hochzufahren und die Kinder mal zwei oder drei Stunden vor dem Fernseher und danach vor dem Computerspiel zu parken. Ich sage nicht, dass man das nie machen darf. Ganz ehrlich, solche Tage gibt es bei uns auch mal. Und ich kenne den Spagat zwischen Homeoffice, Homeschooling, Hausarbeit und Kinderbespaßung, wir werden hier auch gerade gelenkiger. Aber ich denke, wir sind uns auch einig, dass das nicht die Optimallösung ist. Mal ist in Ordnung, die nächsten vier bis sechs Wochen täglich 5 Stunden Bildschirmzeit wären eher suboptimal. Und natürlich kommt es immer auf die einzelne Situation an. Ich weiß nicht, wie alt Euer Kind/Eure Kinder sind und ich weiß nicht, wieviel Ihr von Zuhause aus arbeiten müßt. Was ich aber weiß: wenn Ihr zwischendurch tolle Sachen mit Euren Kindern macht und ihnen Aufmerksamkeit schenkt, wird es auch Phasen geben, in denen sie sich zufrieden alleine beschäftigen, je nach Alter des Kindes länger oder auch viel kürzer. Und deshalb hier einige Vorschläge, was Ihr mit Euren Kindern machen könnt. Uns hat es viel Spaß gemacht und tut es noch.

Rausgehen, und zwar täglich

Noch dürfen wir ja im Familienverband raus. Solange Ihr nicht wirklich an Sars-CoV-2 erkrankt seit, nehmt Eure Kinder jeden Tag für eine halbe Stunde bis Stunde raus, gerne auch länger (ist auch gut fürs Immunsystem!). Haltet Euch an die Vorgaben: Abstand, nur im Familienverbund, kein Treffen mit anderen Eltern auf dem Spielplatz! Aber das muss ich ja nicht extra sagen, das wisst Ihr ja alles. Unter Umständen sind die Vorgaben von Bundesland zu Bundesland verschieden, oder auch von Land zu Land. Informiert Euch einfach regelmäßig aus offiziellen Quellen. Aber einfach nur rausgehen ist nach einer Zeit schon etwas langweilig. Also verknüpfen wir es mit Aufgaben, deren Erledigung uns dann dabei hilft, weitere spannende Dinge zu machen:

  • Interessant geformte Steine sammeln
  • Blätter und Blüten zum Pressen sammeln (keine geschützten Pflanzen sammeln, nur da sammeln, wo ausreichend von diesen Pflanzen wachsen. Und keine giftigen Pflanzen sammeln)
  • Moos sammeln (nicht zu viel von einer Stelle und auch nur da, wo genug wächst – zum Beispiel bei uns im Garten…)
  • Essbare Wildkräuter sammeln (nur die, die Ihr sicher bestimmen könnt, nicht an der Straße oder Hundelaufstrecke und siehe oben)
  • Fotos von Pflanzen und Tieren machen, die Ihr nicht sicher bestimmen könnt

Und schon hat ein einfacher Spaziergang ein Ziel und sorgt für Gesprächsstoff. Aber was machen wir jetzt mit diesen ganzen Dingen? (Und natürlich gilt auch hier: nehmt nur soviel mit, wie Ihr verarbeiten könnt und braucht)

Steine bemalen

Wenn Ihr wieder Zuhause seid, könnt Ihr Euch und den Kindern einen warmen Tee machen. Lecker wäre dann zum Beispiel ein warmer Kräutertee mit etwas Fruchtsaft darin (Pfefferminztee mit Apfelsaft schmeckt super lecker!). Ganz Mutige packen noch ein paar Rosinen oder Trockenfrüchte rein und würzen mit Zimt. Während der Tee zieht, deckt Ihr den Tisch mit einer Malunterlage ab und holt an Farben, was Ihr habt. Super gut eignen sich natürlich Lacke (auf Wasserbasis), aber wenn Ihr keine habt, geht es auch mit Wasserfarben, Filz- oder Holzstiften. Die Steine abwaschen, wenn sie sehr erdig sind. Und dann bemalen. Vielleicht verraten Euch die Formen ja, was der Stein eigentlich sein wollte? Ein Marienkäfer? Ein Pinguin? Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Wenn Ihr mit dem Malen fertig seid (je nach Alter können die Kinder alleine malen, während Ihr etwas erledigt), schaut Euch mal an, was aus den Steinen geworden ist. Vielleicht habt Ihr ja Tiere oder sogar Gesichter aufgemalt? Denkt Euch aus, was sie für Abenteuer erleben. Falls Ihr noch irgendwo ein großes Stück Papier habt (es geht auch gut Packpapier) könnt Ihr darauf eine Landschaft passend zu den Abenteuern Eurer Steinfiguren malen. Falls Ihr die Steine irgendwann mal im Garten oder auf dem Balkon frei lassen wollt, solltet Ihr eventuell mit Klarlack drüber streichen.

Blätter und Blüten pressen

Die mitgebrachten Blätter und Blüten legt Ihr im Idealfall sorgfältig zwischen zwei Löschpapierblätter, es geht aber auch mit alten Zeitungsseiten. Ihr solltet nicht zu lange damit warten, weil manche Pflanzen schnell anwelken und dann beim Trocknen schwarz werden. Diese zwischen zwei Papierseiten gelegten Pflanzen legt Ihr dann sorgfältig in ein dickes Buch. Am besten legt Ihr noch andere schwere Bücher oben drauf. Legt keine Pflanzen ohne Papier in die Bücher, das gibt Flecken auf den Seiten. Je nach Dicke der Pflanze dauert es jetzt mehr oder weniger lange, bis die Pflanze getrocknet ist. Dünne Laubblätter können schon nach vier bis fünf Tagen trocken sein, bei Blüten dauert es meist ein bis zwei Wochen, Beeren schimmeln oft (da wären mehrere Lagen Löschpapier nötig, die zwischendurch mal gewechselt werden. Und selbst dann klappt es meist nicht. Hab ich für Euch ausprobiert).

Wenn Eure Blätter und Blüten trocken sind, könnt Ihr zum einen ein Herbarium anlegen:

Ihr klebt jeweils ein bis zwei Blätter von derselben Pflanze auf ein Blatt und beschriftet es mit dem Namen der Pflanze, wenn Ihr wollt noch mit dem lateinischen Namen, dem Sammeldatum und dem Sammelort.

Zum anderen könnt Ihr aus den Blättern und Blüten auch Kollagen auf ein Papier kleben oder die Blätter und Blüten einzeln auf ein Blatt kleben und ein Bild drum herum malen.

Moosbilder machen

Mit dem mitgebrachten Moos könnt Ihr Bilder gestalten. Entweder klebt Ihr es auf Papier (das hält meistens nicht ewig), auf eine dickere, wasserfeste raue Unterlage (wenn Ihr das Moos regelmäßig mit Nährlösung feucht haltet – irgendwo habe ich gelesen, verdünnte Buttermilch wäre ideal – kann es sein, dass es anwächst, solange Ihr die Unterseite nicht mit Kleber versiegelt habt), oder Ihr setzt es in eine mit etwas Erde gefüllte Form… da hättet Ihr dann gleich eine neue Spielwiese für die oben bemalten Steine.

Essbare Wildkräuter

Wie gesagt, sammelt nur, was Ihr sicher kennt, was nicht an der Hundelaufstrecke oder an der Straße wächst, sammelt nichts was geschützt ist oder wovon an diesem Ort nur wenig wächst. Gut geeignet und vielseitig verwendbar sind zum Beispiel Brennnessel. Sie passen sowohl in einen Smoothie als auch in einen Salat (vorher auf jeden Fall die Brennhaare zerstören), können in Gnocchi oder Spätzle mit gekocht werden und dienen als Chipsersatz am Abend. Ebenfalls gut geeignet für Kinder sind Gänseblümchen, die auch hervorragend im Salat sind und zudem als essbare Deko das Müsli oder die Suppe so viel leckerer machen. Ich merke gerade, das hier wird in den nächsten Tagen ein eigener Post, weil es hier so viel zu schreiben gibt…

Pflanzen und Tiere bestimmen

Wenn Ihr draußen seid, werdet Ihr zwangsläufig eine Menge Pflanzen und vielleicht auch einige Tiere sehen, die Ihr noch nicht kennt. Redet mit Euren Kindern über die Pflanzen und Tiere, die Ihr kennt, damit sie auch lernen können, wie die heißen. Wenn Euch Pflanzen oder Tiere auffallen, die Ihr nicht kennt, könnt Ihr sie entweder über eine Bestimmungs – App bestimmen oder Ihr macht ein Foto davon und versucht Zuhause herauszufinden, was es war. Lest dann auch ein bisschen darüber nach, was die Eigenschaften und Standorte/Lebensräume Euer bestimmten Pflanzen und Tiere sind. Vielleicht habt Ihr ja eine seltene Heilpflanze gefunden? Wenn Ihr Fotos von den Pflanzen und Tieren gemacht habt, könntet Ihr die ausdrucken (es muss ja nicht auf Fotopapier sein), in ein kleines Heft kleben (oder Ihr macht Euch einen Ordner) und den Namen und das, was Ihr dazu herausgefunden habt, eintragen. So gestaltet Ihr mit Euren Kindern Euer eigenes kleines Lexikon der Umgebung.

So, das war es erst mal für heute, ich wünsche Euch ganz viel Spaß beim Ausprobieren und gebt mir gerne Rückmeldung, was Eure Kinder davon halten.

Herzensgrüße

Nicole und M., die mir hier ganz unglaublich viel geholfen hat!

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