Die Birke, der tanzende Frühling

Pflanzenportrait von Betula pendula bzw. Betula pubescens

Als ich noch ein kleines Kind war, sind meine Mutter und ich am Wochenende öfter in die Berge gefahren, welche ja nicht weit von uns entfernt sind. Dort unternahmen wir die wundervollsten Dinge und hatten die schönsten Erlebnisse. Ob es der Zauberwald aus Adlerfarn war, dessen Wedel mir damals weit über den Kopf reichten, das Stierkalb namens Herbert, dessen Augen so unglaublich blau und dessen Zunge so ungewohnt rau war oder die leckeren Steinpilze, die wir auf einer geheimen Lichtung fanden und uns zum Abendessen schmecken ließen, ich habe viele schöne Erinnerungen an diese Ausflüge in ein, so kam es mir damals vor, wundervolles Zauberland. Und der Eingang zu diesem Zauberland führte durch eine eindrucksvolle Allee aus Birken. Wenn ich diese Bäume schon von Weitem leuchten sah, wußte ich, es ist nicht mehr weit.

Die Birke hat mich seither immer wieder mit ihrer Schönheit und Anmut beeindruckt. Ob es in den Wäldern in Schweden war, die so ganz anders auf mich gewirkt haben als unsere oft düsteren Monokultur -Fichtenwälder, ob es der Blick aus der Hängematte hinauf in das flirrende Grün war, in dem die Blättchen nie stillzustehen schienen, obwohl kein Wind ging oder ob es das leuchtende Gold ist, in das sich die Birken im Herbst kleiden und so auch noch dem trübsten Herbsttag ein leuchtendes Strahlen geben, für mich wird die Birke immer ein ganz besonderer Baum bleiben.

Und wie unglaublich toll ist es, dass sie neben ihrem fröhlichen und wohltuenden Wesen auch noch unglaubliche Heilkräfte besitzt?

Herkunft, Geschichte & Mythologie

Unsere Birke, deren botanischer Name früher Betula alba lautete, inzwischen aber genauer in Betula pendula (Hängebirke) und Betula pubescens (Moorbirke) aufgeteilt wird (auch Pflanzennamen und Zuordnungen können sich im Laufe der Zeit ändern…) gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae). Der Name der Birke kommt von dem indogermanischen Wort BherHgo, welches leuchtend, glänzend oder schimmernd bedeutet. Der lateinische Name Betula hingegen kommt von dem Wort Bitumen, welches auf die Verwendung des Birkenteers als Klebe- und Bootdichtungsmittel hindeutet. Eine andere Erklärung für die Bedeutung von Betula stammt aus dem hebräischen, wo es soviel wie junges Mädchen bedeutet. Auch das würde gut zur Birke passen.

Die Birke ist ein Baum der nördlichen Hemisphäre. Gerade in Gegenden, in denen die Winter besonders lang und dunkel sind, gibt es große lichte Wälder von Birken, deren Stämme in der Dämmerung strahlen und deren Laub den Herbst vergoldet. Zudem gehören sie zu den ersten Bäumen, die im Frühjahr ein helles Grün zeigen. Da ist es kein Wunder, dass die Birke schon in frühester Zeit bei den indogermanischen Völkern, den Kelten, Slawen und Germanen eine besondere Stellung einnahm. Sie gehörte zu den Bäumen, die nach der Eiszeit die kahlen Flächen besiedelte und sie erträgt lange Winter und Frost.

Für die Druiden hatte die Birke eine so große Bedeutung, dass sie sie zum ersten Buchstaben ihres Baumalphabetes machten (Beth) und zum ersten Monat ihres Baumkalenders. Die Rune Berkana stand für Mütterlichkeit und Schutz, und führte zur Blüte und Reife. Auch im keltischen Baumorakel, dem Ogham, hat die Birke ihren Platz. Dort steht sie für Frühling, und damit für Neuanfang, Veränderung, neue Gelegenheiten, aber auch für Reisen in die innere oder äußere Welt. Auch steht sie für Reinigung. Bei den Kelten war die Birke mit Brigit, der Frühlingsgöttin und Lichtbringerin, verbunden. Das Fest Brigits wurde in die christliche Mythologie übernommen und wird heute noch am 2. Februar als Maria Lichtmess gefeiert.

In der nordischen Mythologie war die Birke der Baum Freyas, der Göttin der Fruchtbarkeit, des Glücks, der Liebe, der Reinheit, der Ehe und des Frühlings. Aus dieser Tradition stammt der Brauch, einen Maibaum im Dorf aufzustellen (auch wenn in Bayern eher Fichten als Birken genommen werden, im Gegensatz zu Nordrhein-Westfalen). Damit holten die Dorfbewohner sich den Frühling ins Dorf und feierten eines der großen Jahreskreisfeste. Da die Kirche diesen heidnischen Brauch nicht unterbinden konnte, verband sie Fronleichnam mit dem alten Frühlingsfest, was der Grund dafür ist, dass die Fronleichnamsprozessionen mit Birkenzweigen geschmückt sind.

Da der Birke glücksbringende und fruchtbarkeitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben wurden, war es üblich, das Vieh und auch junge Frauen oder junge Ehepaare mit Birkenreisigbündeln leicht zu schlagen, um die Fruchtbarkeit auf sie zu übertragen. Später wurden die Birkenreisigbündel mit negativen Glaubensvorstellungen belegt. So glaubte man, dass die Hexen auf einem Besen aus Birkenreisig zur Walpurgisnacht flogen, um sich dort mit dem Teufel zu treffen. Auch heute noch stellen in einigen Gegenden junge Männer als Zeichen ihrer Liebe „ihrem“ Mädchen in der Nacht zum ersten Mai einen Maibaum vor das Fenster, normalerweise in Gestalt einer jungen Birke oder zumindest eines Birkenastes, welche mit bunten Bändern geschmückt ist (falls irgend jemand jetzt auf die Idee kommt, das nachzumachen: fragt in der städtischen Gärtnerei oder beim Forstamt nach, oft müssen junge Bäume im Wald ausgedünnt werden. Gar nicht geht es, einfach einen jungen Baum zu kappen, den jemand liebevoll gepflanzt hat!).

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Birke tatsächlich ein Baum der Nordvölker war und den Griechen und Römern lange Zeit unbekannt. Auch heute noch ist die Birke ein Wahrzeichen Estlands und dort der häufigste Waldbaum (wie auch im übrigen Baltikum). In Finnland, Polen und Russland genießen die Birken einen ähnlichen Status wie bei uns die Eichen.

Schon in der Steinzeit wurde Birkenharz als Kaugummi verwendet, es diente aufgrund seiner antibakteriellen Eigenschaften zur Zahnpflege und Mundhygiene. Zudem soll es auch noch schmerzlindernd und berauschend gewesen sein, vielleicht kam es auch deshalb häufig bei Zahnschmerzen zum Einsatz. Ebenfalls schon seit der Steinzeit bekannt ist Birkenpech, welches als starker Klebstoff beim Bau von Werkzeugen verwendet wurde. Als Vorstufe von Birkenpech entsteht Birkenteer, abdestilliert ergibt dieser Birkenteeröl, welches zum Gerben von Tierhäuten benutzt wird, dem sogenannten Juchtenleder. In den nördlichen Ländern wurden aus der Birkenrinde Vorratsgefäße gefertigt, welche zudem noch antibakterielle Eigenschaften hatten. Auch wurden Kanus und ganze Kleidungsstücke aus der Birkenrinde gefertigt oder Dächer damit gedeckt. Heute lebt dieses Handwerk wieder auf und es können schöne Birkenrindendosen auch hier in Deutschland oder über das Internet erworben werden.

Bei uns waren die Heilkräfte der Birke lange Zeit vergessen oder auch nicht bekannt. So ist das Einzige, was Hildegard von Bingen über die Birke sagt: „Wenn am Körper eines Menschen seine Haut rot und ausgebeult zu werden beginnt…dann nehme man die Kätzchen oder Sprossen dieses Baumes (der Birke), erwärme sie an der Sonne oder am Feuer und lege sie so warm auf die schmerzende Stelle, … tue das oft, und jene Schwellung wird verschwinden.“ (Physica, ca. 1170 n. Ch.). Adamus Lonicerus erwähnt die Birke in seinem Kräuterbuch von 1679 ebenfalls nur kurz. Er hebt vor allem ihre Nützlichkeit, was das Besen- und Rutenbinden angeht, hervor („Sein Gebrauch ist gering in der Arznen, wird mehr zur Dienstbarkeit gebraucht„). Allerdings erwähnt er auch, dass der im zeitigen Frühjahr aus dem Stamm gezapfte Birkensaft, egal ob frisch angewendet oder abdestilliert, gegen „Steine“ hilft und die „Fäule des Mundes“ heilt, ebenso wie „Flecken der Haut„. Dieselbe Heilwirkung hätte wohl auch das Hydrolat aus den Blättern.

Standort und Aussehen

Die Birke liebt lichte Laub- und Nadelwälder, Waldschläge, Magerweiden, Heiden und Ödflächen. Sie ist, was die Umgebung und die Böden angeht, eher anspruchslos, durch den Konkurrenzdruck der anderen Bäume wächst sie eher auf basenarmen und sauren Böden. Dabei bevorzugt die Hängebirke trockenere Böden, die Moorbirke hingegen feuchte Böden, sie kann sogar in Mooren gedeihen. Sie befestigt den Boden und kann ihn sogar entwässern. Die Birke gehörte zu den ersten Bäumen, die nach Rückzug der Gletscher auf den feuchten Moorböden wuchs. Kälte macht ihr nichts aus. Ihre Blätter treiben früh aus, was sie für kurze Vegetationsperioden geeignet macht. Ihre Wurzeln schlängeln sich eher an der Oberfläche entlang und reichen normalerweise nicht tief in den Boden. Die Birke ist weit verbreitet. Es gibt etwa 70 Birkenarten, die vor allem auf der Nordhalbkugel vorkommen. Sie wachsen von Nordamerika (hier vor allem an der Ostküste) bis nach Asien (Japan). Und alle haben ein bisschen ein unterschiedliches Aussehen und unterschiedliche Vorlieben. Hier bei uns findet man vor allem zwei Arten (abgesehen von besonderen Birkenarten in botanischen oder auch Privatgärten): Die Hängebirke und die Moorbirke.

Während die Moorbirke gerne in Grüppchen auf feuchten Böden wächst und damit in Gesellschaft von Erlen, Heidekraut und Heidelbeeren ist, wächst die Hängebirke auf eher trockenen, nährstoffarmen Waldböden. Man findet sie in der Umgebung von (nicht zu dicht stehenden) Fichten, aber auch häufig als Solitärbaum in Parks und Gärten sowie als eindrucksvolle Birkenallee an Straßenrändern. Häufig lebt sie, wie viele andere Bäume auch, in Symbiose (Mykorrhiza) mit einigen Pilzen. Hier sind es die Birkenrotkappe und der gemeine Birkenpilz, beide Pilzarten stehen unter Naturschutz. Dabei umhüllt das Myzel der Pilze das feine Wurzelgeflecht der Birke, vergrößert so dessen Oberfläche und liefert Ihr damit Nährstoffe und Wasser. Im Gegenzug dazu erhält der Pilz von der Birke Kohlehydrate und Zucker aus der Photosynthese.

Die Birke ist leicht zu erkennen. Kein anderer Baum hat diesen weiß-dunklen Stamm und diese leichte, beschwingte Erscheinung. Sie wächst in jungen Jahren schnell und erreicht Wuchshöhen bis 30 m. Der Stamm kann vereinzelt stehen oder es wachsen mehrere Stämmchen aus einer Wurzel. Der Baum wird um die 120 Jahre alt (einzelne Exemplare werden bis zu 160 Jahre alt!). Die Borke ist besonders auffällig, in jungen Jahren ist sie fast reinweiß und glatt, mit dem Alter reißt die Rinde an einigen Stellen auf, dort ist die Färbung dann dunkel und der Stamm fühlt sich rau an. Auch die weiße Rinde bleibt nicht so glatt, es lösen sich teilweise papierartige Stücke, welche dem Stamm ein fluffiges Aussehen geben können. Das Holz ist sehr hell und fein rötlich-braun gemasert. Die Äste der Birke streben nach oben, bevor sie in feinen schwarzbraunen Reisern herabhängen. Oder, im Falle der Moorbirke, trotzig zu den Seiten und nach oben wegstehen. Die Krone wirkt dadurch sehr locker.

Die Blätter sind dreieckig bis rautenförmig, stehen wechselständig und sind am Rand scharf doppelt gesägt, die Farbe ist im Frühjahr ein helles, leuchtendes gelbgrün, welches im Verlauf des Sommers etwas dunkler und blaugrün wird, um sich im Herbst dann leuchtend gold zu färben. Übrigens bekommt sie ihre ersten Blüten mit 5 – 20 Jahren. Diese sind getrenntgeschlechtlich in männlichen und weiblichen Blüten in Würmchen angelegt. Die Würmchen entstehen meist schon im Herbst, die Blütezeit ist dann März bis April, es erfolgt Windbestäubung. Im Herbst und Winter werden die Samen durch den Wind verstreut, damit sie gleich im Frühjahr austreiben können.

Medizinische Eigenschaften und Inhaltsstoffe

Birken haben folgende Inhaltsstoffe, die teils in den Blättern, teils in der Rinde zu finden sind:

Flavonoide, Saponine, Gerbstoffe, ätherische Öle, Vitamin C, Salicylate, Kalium, Kalzium, Phytosterine, Terpene (Betulin, Betulinsäure und Lupeol), Invertzucker (Xylitol), Karbolsäure.

Birkenblättertee wirkt mild harntreibend und entzündungshemmend. Die Komission E empfiehlt ihn zur Durchspülung bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und bei Nierengrieß. Auch wirkt er unterstützend bei rheumatischen Beschwerden. Der Tee regt durch die in den Blättern enthaltenen Flavonoide die Nierenfunktion an und führt zu einer vermehrten Wasser- und Salzausscheidung. Dies macht man sich bei leichten Harnwegsinfekten und zur Vorbeugung bei Neigung zu Nierensteinen zunutze. Es kann auch zu einer leichten Blutdrucksenkung kommen. (Die Flavonoide wirken auf das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE) und das Atriale Natriuretische Peptid (ANP). Ich könnte da noch ganz viel dazu schreiben, aber das würde wohl zu weit führen…)

Birkenblättertee eignet sich aufgrund der Anregung der Wasserausscheidung auch hervorragend als Begleiter bei einer Frühjahrsfastenkur. Da bei einer Fastenkur viele im Fettgewebe gelagerte Schadstoffe freigesetzt werden und auch die Harnsäure im Blut ansteigt, kann es sinnvoll sein, den Körper dabei zu unterstützen, diese auszuschwemmen. Insofern könnte sich Birkenblättertee auch zur vorbeugenden und unterstützenden Behandlung der Gicht eignen, die durch zu hohe Harnsäurewerte zustande kommt. Bei allen harntreibenden Tees ist es wichtig, genug zusätzliche Flüssigkeit zu trinken, also nicht nur 3 Tassen Birkenblättertee, sondern auch noch Wasser zusätzlich.

Birkenblättertee kann auch bei verschiedenen Hauterkrankungen unterstützen. Hier kann zum einen die gesteigerte Schadstoffausschwemmung heilend wirken (auch über unsere Haut werden Schadstoffe ausgeschieden!), zum anderen kann der Tee als Umschlag auf die betroffenen Hautstellen aufgebracht werden – hier wirken die Gerbstoffe.

Da bei rheumatischen Erkrankungen meist die Entzündungsfaktoren im Blut erhöht sind, kann die Birke helfen, diese auszuschwemmen. Dazu wirken die enthaltenen Salicylate schmerzlindernd. So kann die Birke auch bei rheumatischen Erkrankungen positiv wirken.

Die Birkenrinde ist aufgrund des enthaltenen Betulins bakterien- und virenhemmend, weswegen sie sich zur Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen eignet. Besonders gut wirkt sie auf offene und entzündete Körperregionen, bei denen Haut auf Haut liegt und durch das feuchtwarme Milieu das Keimwachstum begünstigt wird. Es gibt inzwischen Cremes und Salben im Handel, die Betulin enthalten.

Das Birkenharz ist aufgrund der enthaltenden Karbolsäure ebenfalls desinfizierend und wurde schon in der Steinzeit zur Mundhygiene verwendet. Gerade werden einige Studien durchgeführt, um eventuelle Wirkungen auf Hautkrebs, HIV und Malaria zu untersuchen. Allerdings enthält Birkenteer auch krebserregende und nephrotoxische Stoffe.

Aus Birkenholz, Saft und Rinde kann Birkenzucker gewonnen werden, Xylitol. Er wurde ca. 1891 entdeckt und wird heute noch als Lebensmittelzusatzstoff verwendet (E967). Birkenzucker schmeckt ähnlich wie Haushaltszucker, dabei enthält er nur die Hälfte der Kalorien und kann von den Bakterien, die im Mund für Karies verantwortlich sind, nicht verstoffwechselt werden. Damit entstehen keine Säuren, die den Zahnschmelz angreifen, und der Speichelfluss, der dabei hilft, die Zähne zu remineralisieren, wird ebenfalls angeregt. Da er auch noch in unserem Körper verstoffwechselt wird, ohne groß Insulin auszuschütten, scheint er ein toller Ersatz für normalen Zucker zu sein. Allerdings kann er gerade am Anfang in Folge einer Umgewöhnung des Körpers für Blähungen und Durchfall sorgen.

Etwas Besonderes ist der Birkensaft. Dieser wird im zeitigen Frühjahr nach dem letzten Frost aber noch vor dem Austreiben der Blätter gewonnen. Da viele Bäume aufgrund unsachgemäßer und auch unachtsamer Birkensaftzapfung geschädigt worden sind, sollte dies nicht einfach so ausprobiert werden. Zumal die Birken ja meistens jemandem gehören. Wer aber eine eigene Birke besitzt (oder jemanden kennt, der es erlaubt), sollte darauf achten, sauber zu arbeiten, damit sich die Birke über die offene Wunde keine Infektionen zuzieht. Zudem sollte nur wenig Saft entnommen werden, der Baum produziert diesen Saft ja, weil er ihn für den bevorstehenden Blattaustrieb braucht. Und der Baum sollte alt genug sein. Junge Bäume brauchen ihren Birkensaft selbst. Eine etwas schonendere Methode als das anbohren des Stammes ist es, einen kleinen Ast abzuschneiden und eine Flasche darüber zu stülpen, in die das Wasser tropfen kann. Ob die Wunde am Ende wieder verschlossen werden sollte, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Kleine Verletzungen können gesunde Bäume selbst heilen, und wenn die Wunde falsch verschlossen wird, können sich darunter Bakterien und Viren vermehren, die den Baum nachhaltig schädigen können.

Birkensaft ist traditionell ein Mittel zur Förderung des Haarwuchses und soll auch gegen Haarausfall und Schuppen wirken. Auch für eine Frühjahrskur ist er hervorragend geeignet. Über vier Wochen im Frühjahr getrunken soll der Birkensaft gegen Gicht, erhöhte Harnsäure, Nierengrieß, Nierensteine, Rheuma und Verschleimung wirken und damit der natürlichen Blut- und Hautreinigung dienen. Eingekochter Birkensaft ergibt Birkensirup.

Auch in der anthroposophischen Medizin wird die Birke verwendet. Dort hilft sie, Verhärtungen und Sklerosen vor allem im Bereich der Gefäße, aber auch bei Arthrose, entzündlichen Gelenkerkrankungen und Muskelverspannungen aufzulockern. Hierzu gibt es eine breite Auswahl an Fertigpräparaten in der Apotheke.

Aus den Knospen der Hängebirke kann durch Wasserdampfdestillation ein ätherisches Öl mit balsamischem Duft gewonnen werden, das Birkenknospenöl. Dieses wird traditionell dem Haarwasser aus Birkensaft zugegeben, es enthält Betulin und verschiedene Terpene.

Eine aus den Birkenknospen hergestellte Tinktur kann zur Wunddesinfektion, bei Husten, Rheuma und zur Fiebersenkung benutzt werden. Es ist auch möglich, aus den Knospen einen Kaltwasserauszug zu machen, der ebenfalls bei Husten und Rheuma helfen und auch das Fieber senken soll. Dies wäre eine gute Alternative für Kinder und Menschen, die keinen Alkohol trinken. Birkenkohle wird schließlich bei Magen-Darm-Verstimmungen und Durchfall eingenommen.

Gegenanzeigen

Bei Wassereinlagerungen (Ödemen) durch eine Herzinsuffizienz (eingeschränkte Herztätigkeit) oder bei einer Niereninsuffizienz darf Birkenblättertee nicht angewendet werden. Da es keine Untersuchungen zur Wirkung bei Schwangeren, Stillenden und Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren gibt, wird hier die Einnahme von Birkentee/Birkenpräparaten nicht empfohlen. Und wie bei allem gilt: Bei schwerwiegenden Erkrankungen oder wenn innerhalb von ein paar Tagen keine Besserung eintritt, sprecht mit Eurem Hausarzt! (Am besten sprecht Ihr schon vorher mit ihm und sagt ihm, was Ihr so vorhabt…). Birkenpollenallergikern wird ebenfalls von der Benutzung von Birkenpräparaten abgeraten.

Wie die meisten Pflanzen sollte auch Birke nicht permanent verwendet werden. Normalerweise wird eine kurartige Anwendung zwischen zwei bis vier Wochen bei Tee empfohlen.

So, das war es erst mal zur Birke, die richtig spannenden Dinge, nämlich wie genau wende ich sie jetzt an, erzähle ich Euch dann nächste Woche.

Habt ein wundervolles Wochenende

Herzensgrüße

Nicole

Quellenangaben

2 thoughts

    1. Vielen lieben Dank😊!

      Wie spannend, dass die Birke Dein Geburtsbaum ist! Irgendwann kommt hier auch noch Teil zwei, (ich hoffe, ich schaffe es diese Woche) mit Rezepten und Anwendungsmöglichkeiten. Die Birke ist einfach ein toller Baum, und das zu jeder Jahreszeit.

      Hab eine wundervolle Woche und liebe Grüße

      Nicole

      Liken

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