Workshops bei Nibujuni und gesunder Snack für Zwischendurch

Werbung, diesmal für meine Workshops und diese leckeren Schokokügelchen…

Hier war es jetzt ja lange Zeit ganz schön ruhig. Hinter den Kulissen hat sich dafür Einiges getan, und deshalb kann ich jetzt ziemlich stolz und zufrieden auf die Workshops hinweisen, die ich dieses Jahr geben werde. Zum einen sind da die Destillationsworkshops: Hier bringe ich Euch bei, wie Ihr Eure eigenen Hydrolate her stellen könnt.

Hydrolate werden auch Pflanzenwässer genannt. Sie entstehen, wenn Pflanzenwirkstoffe entweder durch heißes Wasser oder Wasserdampf gelöst werden, als Dampf aufsteigen und zusammen mit dem Wasser an einer gekühlten Stelle wieder kondensieren und herab tropfen. Eigentlich sind sie destilliertes Wasser, in denen die Wirkstoffe der mitdestillierten Pflanze gelöst sind. Hydrolate vereinen die Wirkstoffe des naturreinen ätherischen Öls und des Tees der betreffenden Pflanze in sich. Dabei gibt es Stoffe, die schnell und leicht übertreten und andere, die nicht oder nur in Spuren im Destillat zu finden sind. Voraussetzung für ein Übertreten sind Wasserdampflöslichkeit und eine geringe Größe der Moleküle. 

Ein gutes Hydrolat besteht also aus:

 – Wasser (98 – 99,5%)

 – ätherischem Öl, entweder im Wasser gelöst (Water oil) oder als Ölbläschen (lipophil, 0,03 – 1,5%)

 – hydrophilen wasserdampfflüchtigen Stoffe mit einem Molekulargewicht von höchstens 250 g/mol

 – Artefakten: diese entstehen bei der Destillation und sind entweder unerwünscht (Sulfide, Aceton) oder erwünscht und von therapeutischem Nutzen (Chamazulen, Phenylethylalkohol)

 – Stoffe die eigentlich zu groß sind (Gerbstoffe, Bitterstoffe, Schleimstoffe) oder die hitzeempfindlich sind (Vitamine) können trotzdem in Spuren im Hydrolat auftauchen.

Destilliert wird schon ziemlich lange im Verlauf der Menschheitsgeschichte. Die aktuell älteste Destille wurde bei Ausgrabungen in Mohenjo-Daro gefunden und stammt vermutlich aus der Zeit 2400 v. Chr. Danach ging das Wissen um das Destillieren mit einer Destille wieder verloren. Die Ägypter stellten schon 2600 v. Chr. Pflanzenwässer her, allerdings ohne Kühlung. Dioskurides beschrieb im 1. Jhd. n. Chr. den „Wollkondensator“, welcher aus einem über einen Topf mit in Wasser kochenden Pflanzenteilen gelegtes Schaffell bestand, welches dann ausgewrungen werden konnte. In Arabien wurde die Destillierkunst dann ab dem 8 Jhd. verfeinert. Im 11. Jhd. kam die Destillierkunst wieder zu uns und wurde unter anderem in Klöstern gepflegt. In dieser Zeit wurden die Pflanzenwässer sehr geschätzt. Man verwendete sie unter anderem als Medizin, auch bei Tieren, in der (Wund-)Pflege, in der Kosmetik, in der Küche, im Haushalt oder einfach für das Wohlbefinden und einen guten Duft. Später wurden sie von den ätherischen Ölen verdrängt, welche besser zu transportieren und teurer zu verkaufen sind. Heute erfahren die Hydrolate allerdings wieder mehr Interesse.

Vorteile:

 – im Allgemeinen fast immer gut verträglich, auch auf Haut und Schleimhaut (außer bei Allergien gegen die Pflanze oder deren Inhaltsstoffe)

 – 4 – 5 mal wirksamer als Tee (aufgrund der gelösten ätherischen Öle)

 – vielseitig einsetzbar, als Medizin, Kosmetikum, Gewürz…

Nachteile:

 – kurze Haltbarkeit (je nach Pflanze, Zubereitung und Lagerung 3 Monate bis 2 Jahre)

 – Verkeimungsgefahr hoch wenn sie nicht konserviert werden oder unsauber gearbeitet wird

 – Bei mangelhafter Kupferdestille evtl. Blei im Hydrolat (da das meiste Kupfer heute in China hergestellt und dort oft mit Blei gestreckt wird…)

Übrigens darf auch destilliertes Wasser, in dem ein paar Tropfen ätherisches Öl verschüttelt und gelöst wurde, als Hydrolat verkauft werden (häufig in Apotheken mit Rosenwasser praktiziert). Dieses hat aber eben nicht die ganzen Inhaltsstoffe, die in einem guten Hydrolat zu finden sein sollten. Gerade bei Rosenwasser ist das Artefakt wichtig, da dieses schmerzstillend ist…

Zudem lernt Ihr verschiedene Zubereitungen und Anwendungen, für die Ihr diese Hydrolate gebrauchen könnt. Für Anfänger geht das ganz einfach ohne große Investitionen mit Materialien aus der Küche, für Interessierte wird es diesen Sommer auch einen Destillationsworkshop mit der Kupferdestille über dem offenen Feuer geben. Zudem wird es vermutlich auch einen Zertifizierungsworkshop zum Destillieren mit der Glasdestille geben. Schaut also immer mal wieder in die Termine & Workshops, da wird gerade immer wieder aktualisiert.

Zum anderen sind da auch die Fermentationsworkshops. In diesen lernt Ihr Vieles zur Geschichte und der weltweiten Verbreitung der Fermentation, Ihr erfahrt, wie Ihr Fermente sicher herstellt und benutzt und vor allem stellt Ihr eigene Fermente her, die Ihr dann mit nach Hause nehmen könnt.

Meine erste Begegnung mit sauren Fermenten war ganz klassisch das Sauerteigbrot, nachdem ich irgendwann genug von selbstgebackenem Hefebrot hatte (welches übrigens auch eine Art der Fermentation ist, je nach Definition). Ziemlich schnell war ich genervt von den kleinen Alutütchen, in denen man entweder getrockneten oder noch flüssigen Sauerteig kaufen konnte, um ihn dem Teig hinzuzufügen. Die Lösung hieß selber machen – und in den Weiten des Internets wurde ich schnell fündig. Tatsächlich ist Sauerteig selbst machen erstaunlich einfach. Von da an ging es ziemlich schnell. Als nächstes kam Soja – Jogurt an die Reihe, mit den Ablegern Quark und Frischkäse, dann Sauerkraut und Kimchi, später fermentiertes Gemüse. Und schließlich die Getränke: Kombucha, Kefir und Co.. Inzwischen blubbert es überall in meinem Haus, neulich bin ich sogar nachts aufgewacht, weil der fermentierende Cashewkäse sich aus seinem (geschlossenen) Glas quetschte…

Fermente begleiten uns schon seit Anbeginn der Menschheit und sind wirklich keine Erfindung der Menschen. Tatsächlich ist die Fermentation uralt und essentieller Bestandteil des Lebens, so wie wir es kennen. Bakterien nützen die Fermentation laut ursprünglicher Definition, um ihre Stoffwechselprozesse unter Luftausschluss, also anaerob durchzuführen (heute versteht man unter Fermentation jeglichen mikrobiellen oder auch enzymatischen Umbau von organischen Stoffen). Dies passiert auch in unserem Körper, in unseren Zellen. Wie würden wir wohl aussehen, wen es die Fermentation nicht gäbe? Gäbe es uns dann überhaupt?

Erfunden habe wir das Fermentieren also nicht. Wann aber hat es angefangen, dass wir nicht nur Lebensmittel zu uns genommen haben, die „zufällig“ gerade fermentiert waren, sondern dass wir sie kontrolliert fermentierten? Dass wir damit experimentiert haben, wie Lebensmittel sich länger hielten, besser schmeckten, bekömmlicher waren? Die Antworten auf diese Fragen verlieren sich im Dunkel der Zeit, allerdings gibt es doch auch Einiges, was ich Euch im Workshop dazu erzählen kann.

Erzählen werde ich Euch in den Workshops auch Einiges zum Vitamin- und Spurenelementgehalt sowie den Auswirkungen der in den Fermenten enthaltenen Bakterien auf das Mikrobiom. Hier wird gerade eine Menge Forschung betrieben und es ist total spannend, was hier fast täglich an Neuem bekannt wird. Nur eines vorneweg: ein Wunderheilmittel sind Fermente nicht (genau so wenig, wie irgend etwas anderes…;-). Zu Gesundheit gehört auch ein gesunder Lebensstil mit Ernährung, die unserem Körper alles gibt, was er braucht, ausreichend Bewegung und auch Entspannung und Nahrung für die Seele und den Geist. Nichtsdestotrotz können Fermente dabei unterstützend wirken, und zwar tatsächlich sowohl als Nahrung für den Körper als auch als Nahrung für die Seele. Häufig sieht fermentiertes Gemüse nämlich zusätzlich einfach wunderschön aus!

Auch hier wird es immer wieder Aktualisierungen im Kalender geben, also: ab und zu Nachschauen lohnt sich, wenn Ihr Interesse habt. Zudem gibt es noch einige weitere spannende Projekte, zu denen ich Euch leider noch nichts verraten kann. Aber sobald es soweit ist, erfahrt Ihr es gleich.

Falls Ihr jetzt nach dem Lesen das Gefühl habt, Ihr bräuchtet etwas frische Energie und vor allem etwas Süßes, da kann ich Euch weiterhelfen:

Schokoglücksbällchen

Ihr braucht:

  • 12 weiche und fleischige Datteln (ich nehme Medjool und suche dafür die saftigsten aus, Bio ist ja eh klar…)
  • 4 EL Hanfsamen, geschält
  • 3 EL Kakao, ich benutze schwach entölten und Demeterqualität (ich möchte nicht, dass für meine Schokolade Kinder arbeiten müssen, deswegen fairtrade – und bio. In Ghana und an der Elfenbeinküste, von wo mehr als 65 % unseres Kakaos kommen, arbeiteten noch 2019 mehr als 2 Millionen Kinder unter härtesten Bedingungen auf den Plantagen…Bei unserem örtlichen Schokoladenfabrikanten rufe ich zwei Mal im Jahr (vor Ostern und vor Weihnachten) an und frage, wann seine Schokolade fairtrade ist, bisher ohne Erfolg. Vielleicht wenn Ihr mal…?)
  • 2 EL Haselnussmus
  • 1 EL Kakaobutter
  • Kakaopulver (wie oben), um die Kügelchen drin zu rollen

Die Datteln entkernen, dabei auch darauf achten, den Stielansatz zu entfernen, wenn vorhanden. Die Kakaobutter in milder Hitze schmelzen. Dann alles zusammen in eine gute Küchenmaschine oder einen kräftigen Mixer geben und zu einem einheitlichen Brei verkneten/mixen. Beim Mixer eventuell zwischendurch mal Pausen machen, damit er sich nicht überhitzt, und die Masse wieder zu den Klingen runter drücken. Wenn alles einen schönen glatten Teig gibt, zu kleinen Kügelchen formen und in Kakaopulver rollen. Bei mir gab es ca. 45 Stück, die bewahre ich im Kühlschrank auf. Vielleicht halten sie sich eine Woche, das konnte ich aber noch nicht feststellen, weil irgendwie sind die immer nach zwei Tagen verschwunden, wie durch Zauberhand… Zeitaufwand hierfür mit Mixen und Rollen ca. 20 Minuten. Und wieder kann man erhobenen Hauptes an den Schokoriegeln an der Supermarktkasse vorbei gehen…

Diese Bällchen sind aber nicht nur deshalb gut, weil sie unüberlegte Spontankäufe an der Supermarktkasse verhindern, sondern auch, weil sie vollgestopft sind mit guten Inhaltsstoffen, wir uns also beim Essen gleich etwas Gutes tun. Datteln zum Beispiel enthalten zum Beispiel Folsäure (ca. 21 µg/100 g. Nicht gerade super viel, aber besser als nichts…) und Kalium (650 mg/100 g, deckt auch nicht den Tagesbedarf, ist aber schon etwas…). Zudem enthalten Datteln allerdings auch viel Zucker (was sie ja so süß macht)… also vielleicht doch nicht zu viele auf einmal.

Auch die Hanfsamen sind nicht ohne. Sie enthalten deutlich mehr Kalium als Datteln, nämlich 1,2 g /100 g sowie Magnesium (730 mg/100 g. Hier liegt der Tagesbedarf bei 300 – 400 mg, das wäre mit Hanfsamen also zu schaffen, allerdings sind sie auch gut fett (51 g/100 g)… also auch hier nur in Maßen genießen. Aber das gilt ja eigentlich für alles.

Kakao enthält die Stoffe Theobromin und Theophyllin, welche sich anregend auf den Kreislauf auswirken, sowie Serotonin und Dopamin, welche zusammen mit Theobromin die Stimmung heben können. Zudem wird gerade geforscht, ob Kakao eine lebensverlängernde und die kognitive Leistungsfähigkeit erhaltende Wirkung hat, es gibt wohl einige Anzeichen dafür. Also, Kakao (aus einer fairen Quelle), kann gut gegessen werden.

So Ihr Lieben, ich werde ab jetzt wieder regelmäßig hier zu lesen sein und würde mich freuen, Euch hier begrüßen zu dürfen. Gespannt bin ich natürlich auch immer auf Eure Kommentare und Euer Feedback zu meinen Blogposts. Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja einmal bei einem meiner Workshops?

Euch allen ein wundervolles Wochenende

Herzensgrüße

Nicole

Quellenangaben:

Susanne Fischer-Rizzi: Das große Buch der Pflanzenwässer, AT-Verlag, 2014

Suzanne Catty: Hydrosols, Healing Arts Press, 2001

Ann Harman, www.circlehinstitute.com

Sandor Ellis Katz: Die Kunst des Fermentierens, Kopp Verlag, 2015

Stefanie Horn: Natürlich fermentierte Nüsse, Pala Verlag, 2019

http://www.ernaehrung.de/lebensmittel/de

https://de.wikipedia.org/wiki/Kalium

https://de.wikipedia.org/wiki/Fols%C3%A4ure

https://de.wikipedia.org/wiki/Kakaobohne

https://de.wikipedia.org/wiki/Kakao

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