Verpackung in grün

Sicher auch wieder Werbung, weil man auf den Bildern Marken erkennen kann. Ihr nehmt aber einfach das, was Ihr noch Zuhause habt und was Euch sympathisch ist!

Es ist Wochenende, die Zeit der Erholung, der Entspannung und der Muße;-)… Und bei was könnte man sich besser entspannen als bei kleinen Handarbeiten? Zudem ist ja auch bald Weihnachten, und das, was ich heute mit Euch vorhabe, eignet sich auch hervorragend als Weihnachtsgeschenk. Oder um die Plätzchen, die Ihr eigentlich verschenken wollt, darin einzupacken. Es ist wiederverwendbar. Mehrere Jahre lang. Und danach kompostierbar. Seid Ihr neugierig geworden? Also los:

Wir machen Bienenwachstücher! Ich benutze seit drei Jahren zwei selbstgemachte Bienenwachstücher in unterschiedlichen Größen. Seitdem brauche ich, außer wenn ich Seife mache, keine Frischhaltefolie mehr (die Restpackung Frischhaltefolie, die ich dafür habe, wird vermutlich noch zehn Jahre reichen, mindestens…) Ich habe Brotzeiten darin eingepackt, Schüsseln damit abgedeckt, Wraps am Tropfen gehindert, beim Bäcker eingekauft und mich jedes mal am Design erfreut. Was sich nicht so gut darin einpacken lässt sind warme oder sehr ölhaltige Speisen. Bienenwachs schmilzt bei 62 – 65 Grad C, und auch wenn Bienenwachs tendenziell schon essbar ist, mag ich es doch nicht auf meinem Brot haben. Das Öl kann sich mit dem Bienenwachs vermischen und dadurch bekommt das Tuch eine mehr klebrige Konsistenz, was sich dann irgendwie unangenehm beim Ein- und Auspacken anfühlt und auch unter Umständen Flecken in der Tasche hinterlässt. Belegte Brötchen, auf denen etwas Mayonnaise ist, lassen sich jedoch noch gut damit verpacken, von Salat würde ich abraten. Die Tücher lassen sich sehr einfach selbst machen, und können, wenn Ihr darauf achtet reine Naturfasern zu verwenden – auch beim Nähfaden, am Ende ihrer Lebensdauer kompostiert werden.

Benötigt werden:  

  • etwas dünner Baumwollstoff, am besten GOTS-zertifiziert (GOTS bedeutet, dass der Stoff in allen Schritten ohne Schadstoffe produziert wurde, von der Baumwollpflanze bis zum fertigen Stoff. Außerdem, und das ist nicht weniger wichtig, wurden die Menschen, die ihn hergestellt haben, ordentlich bezahlt. Ökotex-Standard ist NICHT dasselbe!). Leinen oder Hanf gehen bestimmt auch. Vermeidet synthetische Fasern. Damit keine Imprägnierung mehr am Stoff ist, sollte er vorgewaschen werden.
  • Nähmaschine (es geht auch von Hand oder ganz ohne nähen. Mit Nähen schaut es hübscher aus, finde ich…)
  • Falls Ihr nicht nähen wollt, eine Zickzackschere. Diese verhindert relativ zuverlässig das Ausfransen von Stoffen. Vermutlich geht es durch das Bienenwachs auch ohne Zickzackschere, das dürft Ihr gerne ausprobieren.
  • Stecknadeln, falls Ihr nähen wollt
  • ein Bügeleisen und ein Bügelbrett (das Bügelbrett kann auch durch eine dicke Decke auf dem Tisch ersetzt werden. Oder auch nur durch den Tisch. Oder Fußboden…)
  • Zwei Lagen Backpapier. Dieses kann einmal auf die benötigte Größe zugeschnitten und dann immer wieder für diesen Zweck verwendet werden. 
  • reines Bienenwachs. Am besten ungebleicht. Falls Ihr es beim Imker holt: nehmt kein zu dunkles Wachs. Dunkles Wachs ist alt und die Bienen lagern dort auch Stoffe ein, die ich nicht essen will.
  • Jojobaöl, naturrein und Bioqualität

Als erstes schneide ich aus den infrage kommenden Stoffresten Quadrate in verschiedenen Größen aus. Ihr seid völlig frei in der Größe und auch in der Form. Wählt es so, wie es für Euch praktisch ist. Danach näht Ihr die Kanten um. Ich habe Serviettenecken gemacht, dazu gibt es ganz gute Anleitungen auf Youtube, Ihr könnt aber auch einfach normal umnähen. Falls Ihr nicht nähen wollt, schneidet Ihr die Stoffstücke mit der Zickzack-Schere zu. 

Dann legt Ihr ein Backpapier auf das Bügelbrett und Euren Stoff so auf das Backpapier, dass das Backpapier an allen Seiten um ca. 3 cm übersteht. Falls Euer Stoff zu groß dazu ist, bügelt Ihr das Bienenwachs einfach in mehreren Schritten ein. Als nächstes gebt Ihr das Jojobaöl tropfenweise auf den Stoff, im Abstand von 1 – 2 cm nach allen Seiten. Dann verteilt Ihr das Bienenwachs gleichmäßig auf dem Stoff. Falls Ihr einen Bienenwachsblock vom Imker geholt habt, müsst Ihr das Wachs vorher abschaben. Mit Granulat ist es etwas einfacher. Anschließend legt Ihr das zweite Backpapier auf den belegten Stoff, ebenfalls mit einem Sicherheitsrand von ca. 3 cm, und bügelt bei mittlerer Temperatur darüber. Das Bienenwachs soll sich vollständig auflösen. Das kann je nach Dicke der Bienenwachsstückchen auch ein paar Minuten dauern. Wenn alles aufgelöst ist, lasst Ihr es etwas auskühlen und zieht dann das obere Backpapier ab. Jetzt könnt Ihr ganz gut sehen, ob alles gleichmäßig mit Wachs getränkt ist oder ob noch hellere Stellen sind. Diese bekommen einfach noch mal ein paar Wachsstücken und das Backpapier aufgelegt und werden noch mal gebügelt. Am Ende sollte der ganze Stoff gleichmäßig eingewachst sein. Achtet darauf, immer dieselbe Seite des Backpapiers auf den Stoff zu legen. Etwas von dem Wachs bleibt immer am Papier haften, und wenn Ihr die falsche Seite auf den Stoff legt, auch an Eurem Bügeleisen.

Gereinigt werden die Tücher mit kaltem bis lauwarmem Wasser und bei Bedarf wenig Spülmittel. Lasst sie gut trocknen, bevor Ihr sie zusammenlegt und bis zum nächsten Gebrauch kühl und trocken lagert. Sollten sich im Laufe der Zeit hellere Flecken auf dem Tuch zeigen, an denen das Wachs dünner geworden ist oder fehlt, könnt Ihr einfach neues Wachs wie oben beschrieben einbügeln. 

Und damit Ihr auch etwas zum Einpacken habt, gibt es jetzt noch ein Keks –  naja, nennen wir es wegen der nahenden Festtage ruhig Plätzchenrezept:

Schoko-Zimt-Plätzchen

  • 180 g Dinkelmehl Typ 650
  • 10 g Kakaopulver (1 geh. EL)
  • 5 g Ceylon-Zimtpulver (1 TL)
  • 40 g Kokosblütenzucker
  • 60 g Rapadura Vollrohrzucker
  • 70 g Kokosfett
  • 65 g Apfelmus
  • 30 g Cashewmus

Die trockenen Zutaten gut in einer Rührschüssel vermischen. Das Kokosfett auf dem Herd leicht anwärmen, bis es schmilzt, dann das Cashewmus darin auflösen und das Apfelmus unterrühren. Die flüssigen Zutaten zu den trockenen geben und verrühren. Da der Teig am Ende recht bröselig wird, noch von Hand verkneten. Dann, am besten in ein Bienenwachstuch gehüllt;-), für 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. Am Ende der Kühlzeit den Backofen auf 180 Grad C Ober-/Unterhitze vorheizen. Danach die Arbeitsfläche gut bemehlen und den Teig ca. 0,5 – 0,8 cm dick ausrollen (auch das Nudelholz bemehlen, der Teig bleibt gerne kleben). Plätzchen ausstechen und auf ein mit Backpapier (ich benutze ein Dauerbackpapier, damit ich auch nie wieder Backpapier kaufen muss…) ausgelegtes Backblech geben. Die Backzeit beträgt ca. 7 – 11 Minuten, je nach Dicke des Teiges. Laßt die Plätzchen nicht zu lange drin, dann werden sie ziemlich hart (wer vorher Löcher rein gemacht hat, kann sie dann als Christbaumschmuck verwenden…). Übrigens bekommt Ihr sie wieder weicher, wenn Ihr ein Stückchen Apfel zu den Plätzchen in die Dose legt. 

Die Plätzchen eignen sich auch hervorragend als gefüllte Doppeldecker. Als Füllung könnt Ihr natürlich Marmelade nehmen, ich mag auch gerne diese hier:

  • 100 g Cashewkerne
  • 90 ml Wasser
  • 1 – 2 TL Ceylon-Zimt
  • 2 – 3 TL Puderzucker (wer es gerne süß mag, nimmt einfach mehr Puderzucker)

Alles im Mixer zerkleinern (wenn Ihr die Cashewkerne vorher über Nacht in kaltem Wasser einweicht und dann abgießt, wird es noch cremiger) und nicht zu dick auf einen Keks streichen, dann das Oberteil aufsetzen und genießen. 

Der Echte Zimt oder auch Ceylon-Zimt ist eine feine Sache. Er wurde schon seit dem Altertum zu Heilzwecken verwendet und soll gerade in der Erkältungszeit unterstützend auf unsere Gesundheit wirken. Ferner soll er den Magen stärken und harntreibend und abführend wirken. Aktuell wird einige Forschung zur blutzucker- und blutfett senkenden Wirkung des Ceylon-Zimts betrieben, es liegen allerdings noch keine entgültigen Ergebnisse vor. Zudem wirkt das in der Ceylon-Zimtrinde (und auch im ätherischen Öl) enthaltene Zimtaldehyd antibakteriell. In der Schwangerschaft sollte Ceylon-Zimt mit großer Vorsicht, oder besser gar nicht, genossen werden, da er wehentreibend ist. Zudem wirkt das ätherische Öl, wenn es pur aufgetragen wird, hautreizend. 

Der Zimt, zu dem es vor ein paar Jahren Verzehrwarnungen gegeben hat, ist der etwas billigere Cassia-Zimt. Er enthält deutlich mehr Cumarin als Ceylon-Zimt, welches bei Einnahme zu großer Mengen zu Gesundheitsschäden führen kann. So kann es zu Kopfschmerzen und in noch größerer Menge auch zu Leberschäden führen. Ebenso steht es in Verdacht, Krebs auszulösen. Das für diese Mengen nicht allzu viel Cassia-Zimt verzehrt werden muss, zeigt sich darin, dass für ein Kleinkind von 15 kg die Tageshöchstdosis schon bei 100 g Lebkuchen oder 6 Zimtsternen erreicht ist. In der Nahrungsmittelindustrie wird vor allem Cassia-Zimt verwendet, weil er günstiger ist, leichter erhältlich und angeblich auch besser schmeckt. Zum Glück können wir bei den Schoko-Zimt-Keksen und der Füllung selbst entscheiden, was wir reinmischen, und ich empfehle Euch den Ceylon-Zimt aus einer vertrauenswürdigen Quelle. Falls Ihr den Cassia-Zimt nehmen wollt oder Euch nicht sicher seid, reduziert einfach die Menge an Zimt. 

Viel Spaß beim Werkeln

herzliche Grüße

Nicole

Quellenangaben:

2 thoughts

    1. Da hast Du absolut recht! Und eben nicht nur teuer im Sinne von Geld, sondern gerade auch im Sinne von Verlust von Lebensqualität, Gesundheit und Vielfalt. Zum Glück gibt es einige Menschen, die das inzwischen auch so sehen. Und ich hoffe, es werden immer mehr.
      Hab ein wundervolles Wochenende
      Nicole

      Gefällt 1 Person

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