Kräuterduft schnuppern und der beste Blick über Kobe

Am nächsten Tag (10.8.) war es wieder sehr warm und schwül, so dass uns die Vorstellung, einen weiteren Tag in der Stadt zu verbringen, nicht so sonderlich begeisterte. Im Meer direkt am Hafen konnte man auch nicht baden (zumindest tat es keiner, vielleicht hätten wir ja eine Badewelle ausgelöst), also blieb nur noch das Rokkogebirge (hört sich jetzt höher an, als es tatsächlich war). Da dort oben praktischerweise der Nunobiki – Kräutergarten war und bequemerweise auch die Shin-Kobe-Seilbahn hinaufführt (Made in Austria), stand der Sommerfrische auch kein anstrengender Aufstieg bei gefühlt 45 Grad im Schatten im Weg.

Nach einer kurzen Fahrt mit immer wieder neuen begeisternden Blicken auf Kobe und das Meer erreichten wir die Bergstation. Dort angekommen zeigte ein bunter Wegweiser die möglichen Routen an.

Seilbahn Kobe bearbeitetAusblick über Kobebearbeitet_bearbeitet-1Wegweiser durchs Kräuterlabyrinth

Wir besuchten zuerst den Duftgarten und das Duftmuseum, wo eine kleine Ausstellung über die Destillation zu sehen war, mit einer großen Kupferdestille und einer interessant aufgebauten Glasdestille. Außerdem waren viele ätherische Öle ausgestellt, an denen man riechen konnte. Vermutlich konnte man sich auch seinen eigenen Duft mischen, aber dazu war unser japanisch leider zu schlecht.

Kupferdestille und ich bearbeitetGlasdestillebearbeitet

Danach ging es einen bequemen Weg leicht bergab. Hier wurde auch an die Kinder gedacht (die wohl überall auf der Welt nicht so gerne einfach Spaziergänge machen). Wir konnten eine Menge unterschiedlicher Pflanzen betrachten, von denen ein großer Teil auch beschildert war, zumeist auf japanisch, aber häufig auch mit lateinischen Namen. So konnten wir nachschauen, was wir gerade betrachteten. Ein Highlight waren die riesengroßen Schmetterlinge, die man bei uns zu Hause nur in den Schmetterlingshäusern der Tiergärten sieht. Ein weiteres Highlight waren die großen Gewächshäuser. Bei diesen ist auch ein Kräuterfußbad und ein kleiner Imbiss, an dem man sich bei grandiosem Blick über Kobe stärken kann. (Merke: Elder ist hier nicht Holunder. Ich weiß nicht, was es ist, aber sicher nicht Holunder…)

Gräser und PhloxbearbeitetKinderweg2bearbeitet_bearbeitet-1WidderkelchbearbeitetOutdoorkitchenbearbeitetBananen (1)bearbeitetRastplatz mit Ausblickbearbeitet

Danach geht es noch einen kleinen Fußmarsch weiter bis zur Mittelstation, von wo aus wir wieder nach unten fuhren. Es ist zwar möglich, bis nach ganz unten zu laufen – man kommt da noch an einem wunderbaren Wasserfall vorbei – aber dazu war es uns einfach zu heiß. Trotz oben auf dem Berg…

Nach einer kurzen Erfrischungspause im Hotel aßen wir das, wofür Kobe berühmt ist –  Koberind. Das Koberind ist eigentlich keine eigene Rasse, sondern eher ein Herkunftsbegriff. Es gehört der Rasse der Tajima-Rinder an und wird außerhalb von Japan auch als Wagyu bezeichnet. Es zeichnet sich durch besonders mürbes und fein marmoriertes Fleisch aus, das ausgezeichnet schmeckt. Und auch durch seinen Preis. Die Rinder bekommen sehr viel Zeit, bis sie schlachtreif sind und keine Hormone oder Antibiotika. Allerdings bekommen sie auch kein Bier und keine Massagen. Das Fleisch schmeckt tatsächlich ausgezeichnet, der Preis ist auch außergewöhnlich – sicher nichts, was wir jeden Tag essen würden. Wir haben kurz überlegt, ob man so ein, zwei Rinder auch bei uns im Garten halten könnte (tatsächlich werden sie seit 2006 auch in Deutschland gezüchtet). Aber das würde dann damit enden, dass wir sie sicher nicht essen, sie Schnuffi und Schnupsi heißen, alles Gemüse abfressen und das Stall saubermachen wieder an mir hängen bleibt….

Kobefleisch (1) bearbeitetKoch (1)bearbeitetKoberindessenbearbeitet

Falls jemand dort einen Tisch reservieren möchte:

Koberestaurantbearbeitet

Danach sind wir müde, satt und zufrieden ins Bett gefallen, nicht ohne noch die tollen Ausblicke auf Kobe bei Nacht mitzunehmen.

Kobe bei NachtbearbeitetTurm bei NachtbearbeitetKobe bei Nachtbearbeitet

Da ich hier schon ziemlich weit hinten dran bin, werde ich mich bei Nara und auch Kyoto etwas kürzer fassen, auch wenn es hier so viel zu erzählen gäbe…

Herzensgrüße immer noch aus Kyoto

Nicole

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