Käuzchen in Kobe, Teil 1

Werbung da Hotel-und Restaurantnennung, unbezahlt

Nach einer wunderbaren Nacht im Flughafenhotel und einem ausgiebigen Frühstück brachte uns ein kleines Boot nach Kobe. In Kobe angekommen, nahmen wir eine Bahn vom Hafen zum Sannomiya-Bahnhof, und von dort ein Taxi zum Kobe Meriken Park Oriental Hotel. Dort bezogen wir ein Zimmer im zehnten Stock mit Balkon und wunderbarer Aussicht auf den Hafen. Direkt unter uns lag eine Art Dinnerschiff vor Anker, welches jeden Abend lautstark seine Abfahrt kundtat. Ich habe mich wie in Kiel gefühlt. Zumindest, wenn die Klimanalage an war.

Oriental Hotelbearbeitet

Unser Hotel und das Kreuzfahrtschiff. Unser Zimmer lag auf der anderen Seite.

Ausblick Oriental 2bearbeitetAusblick Oriental 1bearbeitetAusblick Oriental 3bearbeitet

Der Ausblick von unserem Zimmer. Im mittleren Bild könnt ihr den namensgebenden Meriken Park sehen. Dort gab es eine große Fläche mit Springbrunnen, die abends zu klassischer Musik bunt beleuchtete Wasserspiele darbot. Das Goldkind fand das ganz großartig, weil ja alle anderen Kinder auch durchrannten…zum Glück war das Hotel gleich um die Ecke. Frühstücken, überhaupt Essen, war in Kobe nicht ganz so einfach, da Milch und Ei hier hoch im Kurs stehen und sogar in die Misosuppe gerührt werden. Nachdem der beste Ehemann von allen am ersten Morgen nur Obst bekam, haben wir das Frühstück gestrichen und uns eine Kleinigkeit in der Stadt gesucht.

Frühstück 1

Schön ist, das fast immer Wasser gereicht wird und für die Großen meist noch ein Oolong-Tee. Unsere Besteckservietten kamen da auch gleich zum Einsatz…

Kobe liegt am Nordende der Bucht, an der auch Osaka liegt (und der Kansai International Airport). Aufgrund des Rokko-Gebirges am Nordende der Stadt erstreckt sich Kobe zwischen Gebirge und Meer auf einer Breite von 2 – 7 km über eine Länge von 40 km am Meer entlang. Da das Stadtgebiet durch Meer und Berg begrenzt ist, hat man vor langer Zeit begonnen, künstliche Inseln aufzuschütten. Auf einer davon liegt der neue Flughafen von Kobe. Die Stadt kann im Zentrumsbereich leicht zu Fuß erkundet werden. Kobe entwickelte sich aufgrund der guten Lage schon früh zu einem der wichtigsten Häfen Japans. Schon 710 n. C. (in der Nara-Zeit) legten hier Schiffe aus China und anderen Ländern an. Ab 1603 war Kobe dann auch bekannt für seine Sake-Produktion. Noch heute wird hier sehr viel Sake produziert (das haben wir irgendwie verpasst…) Als sich Japan 1868 auch für westliche Länder öffnete, entwickelte sich Kobe schnell zu einem international wichtigen Hafen, der bald der größte in Asien und der zweitgrößte der Welt war. Infolgedessen siedelten sich hier auch viele Ausländer an.

Da vor der Ostküste Japans drei Kontinentalplatten aufeinander treffen (Eurasische Platte, Pazifische Platte und Philippinische Platte), kommt es hier immer wieder zu starken Erdbeben. Das letzte war 1995, damals wurden große Teile der Stadt zerstört, viele Menschen starben und weit mehr wurden obdachlos. Da auch viele Firmen aufgrund der Zerstörung an andere Orte ausweichen mussten (und nicht mehr zurück kamen), verlor Kobes Hafen seine Vormachtstellung.

An unserem zweiten Tag in Kobe besuchten wir den Ikuta-Schrein, welcher schon 201 n. C. gegründet worden sein soll und damit einer der ältesten Schreine in Japan ist. Er wurde zwei mal verlegt und steht heute bei einem kleinen Wäldchen, in dem unter anderem mächtige alte Kampferbäume wachsen.

Bevor wir uns dem Hauptschrein näherten, durften wir uns erst rituell reinigen. Dies geschieht nach einem vorgeschriebenen Ritual, welches auf Schildern – zum Glück auch auf englisch – beschrieben wird.

Den Hauptschrein fand ich ziemlich beeindruckend. Vor allem war schön zu sehen, dass die Menschen tatsächlich hierher kommen, um zu beten – auch wenn es das ziemlich schwierig macht, ein Foto zu bekommen, auf dem keiner zufällig in die Kamera schaut…

Shintotempelbearbeitet_bearbeitet-1

Hinter dem Hauptschrein gab es noch verschiedene Nebengebäude, unter anderem den Fuchsschrein.

Detail Fuchstempel

Der Fuchsbearbeitet

Ebenfalls hinter dem Haupttempel lag ein kleines Wäldchen mit den uralten Kampferbäumen, Bach und Teich. Wir wurden mehrfach von Mücken gestochen und konnten riesige Koikarpfen und Zikaden bewundern (einer von uns hat sie auch gestreichelt…).

Shintotempeldetails1bearbeitetShintotempeldetails2bearbeitet

Der Kampferbaum (Cinnamomum Camphera) gehört zur Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Er ist immergrün, kann 30 m oder höher werden und erreicht Durchmesser um die 3 m. Wenn man allerdings ein besonders altes Exemplar vor sich hat – der Kampferbaum kann, wenn alles gut geht, um die 1500 Jahre alt werden – kann der Durchmesser auch mal 7 m betragen.Das finde ich schon ganz schön beeindruckend. Zudem riecht jeder Teil des Baumes aromatisch, da er in wechselnden Anteilen Kampfer enthält, ein ätherisches Öl. Andere enthaltene ätherische Öle sind Linalool, Safrol und Terpineol sowie in den Blättern Ravintsara. Campher als ätherisches Öl wirkt in therapeutischer Dosierung durchblutungsfördernd und schleimlösend, führt bei Überdosierung aber zu Angst, Übelkeit und Atemnot. Da es neben seiner Wirkung auf die Nieren und das zentrale Nervensystem auch direkt auf das Atemzentrum wirkt, kann es vor allem bei Säuglingen zu Atemstillstand führen und darf bei diesen nicht angewendet werden. Oral eingenommen kann es zu Amnesie und epileptischen Anfällen führen. Die Menge aber, die das Holz ausduftet, ist im allgemeinen relativ ungefährlich (wie das bei Säuglingen ist, weiß ich nicht, ich würde keine Wiege daraus bauen…). Da das Holz gut zu bearbeiten ist und widerstandsfähig gegen Pilzbefall, wird es für den Bau von Booten und bestimmten Möbeln verwendet.

Kampferbaumbearbeitet

Jetzt fragt ihr Euch sicher, was das alles mit Käuzchen zu tun hat…

Das erzähle ich Euch dann, wenn wir ausreichend Hirsche gestreichelt haben.

Herzensgrüße aus Nara

Nicole

Koi-Karpfen

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